Hast du das auch schon mal erlebt?
Du scrollst durch Social Media und bei manchen Menschen denkst du sofort „das passt“, obwohl sie nichts Aufregendes machen. Sie stehen einfach vor der Kamera, erzählen in ihrem Tempo von ihrer Arbeit, und trotzdem bleibst du hängen. Das liegt nicht an einem cleveren Trick oder an der neuesten Trend-Musik. Das liegt daran, dass sie eine eigene Anziehungskraft haben, die sich nicht fälschen lässt. Menschen spüren, wenn jemand bei sich selbst ist, genauso wie sie spüren, wenn jemand eine Rolle spielt.
Erst letzte Woche habe ich ein Reel veröffentlicht, in dem es genau darum ging. Viele haben Angst sichtbar zu werden, weil sie sich vor den Reaktionen von Freunden, Nachbarn oder Familie fürchten. Und ganz ehrlich: wenn man sich auf Social Media zum Hampelmann macht, dann kann ich das auch gut verstehen.
Aber was wäre wenn…
…ich dir sage, du musst das gar nicht? Kein Tanzen, keine albernen Trends, kein völliges Verstellen nur für Klicks?
Fühlt sich schon irgendwie besser an, oder? Und genau darum geht es: du musst dich wohl fühlen. Stell dir doch mal vor, du tanzt in jedem Video und bist total albern und dann kommen Menschen zu dir in die Praxis und stellen fest, dass du eigentlich total seriös und ruhig bist. Die dürfen dann zurecht irritiert sein. Das bist dann nämlich einfach nicht du und es fühlt sich für alle falsch an.
Wenn du aber rausfindest, was du gut kannst: in Videos sprechen, gute Texte schreiben oder im Podcast reden, dann ist das der Weg, den du gehen solltest. Marketing genau nach Maß. In deinem Tempo, zu deinen Bedingungen.
Kann es sein, dass der Weg etwas länger dauert? Ja, das ist möglich, hier gibt es einfach keine Garantie aber das ist dann ein Weg, den du langfristig auch gehen kannst ohne völlig auszubrennen oder deine Freizeit zu opfern.
Sichtbarkeit funktioniert genau dann, wenn es sich nicht aufgesetzt anfühlt, sondern nach dir. Das darf sich ganz natürlich in deinen Alltag einfügen. Klar benötigt das etwas Vorbereitung und Struktur aber der Rest darf auch mal leicht sein.
Zeig den Menschen, wer du bist, schon bevor sie dich real kennenlernen. Das schafft schon ein Grundvertrauen vor dem ersten Termin bei dir.
Und noch etwas, das gerade in Gesundheitsberufen oft übersehen wird: deine mögliche Zurückhaltung, deine Ruhe, dein bedachtes Auftreten sind keine Schwäche, die du kaschieren musst. Sie sind ein Signal nach außen. Menschen, die einen ruhigen, seriösen Umgang mit ihrer Gesundheit suchen, werden genau davon angezogen. Wer laut, albern und schnell sein will, findet woanders sein Publikum, und das ist völlig in Ordnung. Du musst nicht für alle sichtbar sein. Du musst sichtbar sein für die Menschen, die zu dir passen. Der Rest sortiert sich schon vorher von alleine aus, ist doch perfekt.
„Schön und gut, aber wo soll ich die Zeit dafür hernehmen, ich habe ja schon einen vollen Praxisalltag“.
Und genau da liegt ein weiteres Missverständnis, das viele ausbremst: Sichtbarkeit muss nicht bedeuten, dass du jeden Tag postest oder stundenlang an Videos schneidest. ein bis zwei gut durchdachte Blogbeiträge pro Woche, die wirklich zu dir passen, bringen oft mehr als fünf hastig hingeworfene Social Media Beiträge, die dich innerlich stressen.
Es geht nicht um die Menge, es geht um die Regelmäßigkeit und die Echtheit dahinter. Manche meiner Kunden schreiben ihre Texte am Sonntagabend bei einer Tasse Tee, andere sprechen mehrere Reels an einem Nachmittag ein und haben dann für Wochen Content. Beides funktioniert, wenn es sich in deinen Alltag einfügt, statt ihn zu sprengen. Marketing sollte einen festen Platz in deinem Praxisalltag haben, aber sich nicht nach der nächsten unliebsamen Aufgabe neben der Steuererklärung anfühlen.
Sichtbarkeit, die deine Freizeit auffrisst oder dich am Ende ausgebrannt zurücklässt, ist keine gute Sichtbarkeit, egal wie viele Klicks sie bringt. Wenn es in Stress ausartet, dann ist es möglicherweise nicht dein passender Kanal.
Lass uns doch gern gemeinsam schauen, welcher Weg für dich sinnvoll ist.